Die Abschluss- und Transfertagung steht unter dem Motto „Islamismus in Deutschland: Erkenntnisse und Perspektiven des RADIS-Forschungsnetzwerks“. Sie findet am 8. April 2025 in den Räumen der Leibniz-Geschäftsstelle in der Chausseestraße 111 in Berlin statt. Jetzt heißt es schnell sein: Die Plätze sind beschränkt und die Anmeldung unter diesem Link läuft noch bis zum 21. März 2025. – Wer nicht mehr zum Zuge kommt, kann die Veranstaltung auch im Live-Stream verfolgen.
Islamismus ist – ebenso wie andere Formen des Extremismus – Teil der gesellschaftlichen Realität Deutschlands und vieler Länder Europas geworden – mit weitreichenden Folgen für ein friedliches, sicheres Zusammenleben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere freiheitliche Demokratie. Umso wichtiger ist es, Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen extremistischer Ideologien zu verstehen. Das BMBF hat zur Extremismus- und Radikalisierungsforschung mehrere Förderlinien auf den Weg gebracht: Ziel ist es, durch interdisziplinäre Forschung mehr Wissen über die vielfältigen Hintergründe, Dynamiken und Formen von Gewalt und Extremismus zu erlangen, die unser Zusammenleben gefährden. Dazu zählen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und eben der Islamismus. Denn nur mit diesem Wissen kann es gelingen, gesellschaftliche Risikofaktoren zu identifizieren und demokratische Werte zu stärken.
BMBF-Forschung zu Ursachen und Wirkungen des Islamismus
Worin liegen die gesellschaftlichen Ursachen für das Erstarken des Islamismus in Deutschland und Europa? Was sind Gründe für diese Entwicklung? Wie beeinflussen die verschieden Strömungen des Islamismus das gesellschaftliche Leben? Welche Auswirkungen hat dies auf Polarisierungs-, Spaltungs- und Ausgrenzungsprozesse? Und was folgt aus diesen Erkenntnissen für die Arbeit der Präventionspraxis, Politik und Verwaltung, Zivilgesellschaft, Sicherheitsbehörden und Medien?
Diese und weitere Fragen haben die zwölf Projekte in der BMBF-Förderlinie „Gesellschaftliche Ursachen und Wirkungen des radikalen Islam in Deutschland und Europa“ unter dem Dach des RADIS-Netzwerkes seit Ende 2020 interdisziplinär erforscht – zusammen mit Praxispartnern (siehe Portal des RADIS-Forschungsnetzwerks). Am 8. April 2025 stellen sie ihre Erkenntnisse aus vier Jahren intensiver Forschung zur Diskussion.
Tagung: Netzwerke und Netzwerken
Die Abschluss- und Transfertagung ist die Gelegenheit zum Netzwerken: Das RADIS-Netzwerk lädt zur gemeinsamen Diskussion ein, was Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus den Forschungserkenntnissen, Herausforderungen und Debatten im Feld lernen können, in welchen Bereichen die Förderlinie Licht ins Dunkel bringen konnte und wo es weiterhin blinde Flecken gibt – alte und neue. (Weitere Informationen finden Sie im vorläufigen Tagungsprogramm)
BMBF-Forschung zu Extremismus und Radikalisierung
Die Islamismusforschung ist, wie ein Blick auf die geförderten Projekte zeigt (siehe Kasten unten), Teil eines größeren wissenschaftlichen Feldes der Extremismus- und Radikalisierungsforschung. Diese nimmt im BMBF-Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften (2019 – 2025) „Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ eine zentrale Rolle ein – und wird durch mehrere Förderlinien gestärkt. Aus gutem Grund: Die Geistes- und Sozialwissenschaften können wichtige Erkenntnisse liefern, wie Radikalisierungsprozesse entstehen, verlaufen und sich gegenseitig verstärken, welche sozialen, gesellschaftlichen und politischen Faktoren dabei eine zentrale Rolle spielen und welche Präventionsmaßnahmen wirksam sein können. Dieses Wissen ist nicht nur essentiell für die Forschung, sondern auch für Bildungseinrichtungen, zivilgesellschaftliche Akteure und Sicherheitsbehörden, um nur einige zu nennen. Dank der Zusammenarbeit von Forschung und Praxis kann es gelingen, Strategien zur Prävention und Deradikalisierung zu entwickeln – und so dazu beizutragen, demokratische Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber extremistischen Strömungen zu machen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie auf der Webseite des RADIS-Forschungsnetzwerks
Im BMBF-Rahmenprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften (2019 – 2025) „Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ nimmt die Extremismus- und Radikalisierungsforschung eine zentrale Rolle ein. Das BMBF hat dafür mehrere Förderlinien auf den Weg gebracht: Ziel ist es, durch interdisziplinäre Forschung mehr Wissen über die vielfältigen Hintergründe, Dynamiken und Formen von Gewalt und Extremismus zu erlangen, die unser Zusammenleben gefährden. Dazu zählen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Islamismus in Deutschland und Europa.
- Auswirkungen des radikalen Islam auf jüdisches Leben in Deutschland (ArenDt)
- Religiöse Deutungsmachtkonflikte und Überbietungskämpfe im globalen Feld des Salafismus (Deutungsmacht)
- Deutscher Islam als Alternative zum Islamismus? (D:Islam)
- Strukturelle Ursachen der Annäherung an und Distanzierung von islamistischer Radikalisierung (Distanz)
- Konfigurationen von gesellschaftlichen und politischen Praktiken im Umgang mit dem radikalen Islam (KURI)
- Optimierte Krisenkommunikation nach Anschlägen mit Islamistischen Hintergrund in Deutschland (OKAI)
- Radikalisierende Räume (RadiRa)
- Vom Rand in die Mitte (RaMi)
- Ressentiment als affektive Grundlage von Radikalisierung (Ressentiment)
- Radikaler Islam versus radikaler Anti-Islam (RIRA)
- Ursachen und Wirkungen aus Sicht islamischer Theolog*innen (UWIT)
- Wechselwirkungen islamistischer Radikalisierung im gesellschaftlichen und politischen Kontext betrachtet (Wechselwirkungen)